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Gedanken.

Gedanken.

Ich hab so viel gehört, doch es kommt niemals bei mir an. Das ist der Grund warum ich nachts nicht schlafen kann. Wenn ich auch tausend Lieder vom Vermissen schreib, heißt das noch nicht, dass ich versteh, warum dieses Gefühl für immer bleibt.

Jupiter Jones – Still

Manchmal vergesse ich für einen Moment, dass es passiert ist. Dass er nicht mehr da ist. Für immer. Weg. Nur noch in Gedanken und Herzen und auf Bildern. Dann kommt es vor (und das passiert nicht nur mir), dass ich etwas sage wie “wir fahren zu ihm und ihr“, dabei ist nur noch sie übrig. In dem großen Haus, an dem so viel gemacht werden muss. Und mit dem ich so viele gute Erinnerungen verbinde.
Manchmal ertrage ich es nicht sie zu sehen. Und manchmal, selten, kann ich es nicht einmal ertragen Menschen zu sehen, die ihm irgendwie ähneln. So wie neulich im Zug. Oder wann auch immer.
Ich sollte einsehen, dass er nicht wiederkommt. Dass die Zeit vorbei ist. Und dass es weitergeht. Irgendwie. Denn es geht weiter. Aber ich hatte nur ihn. Und ich hatte ihn sehr lieb. Leider wird einem oft erst im Nachhinein bewusst, wie lieb man jemanden eigentlich hat. Wenn es vorbei ist. Und wenn einen nicht mehr der Schmerz über das Leid des anderen gefangen hält. Wenn man langsam begreift, dass es wirklich so ist. Und doch – es ist kaum fassbar. Auch nach fast zwei Jahren noch nicht.

Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schwer fallen würde. Dass ich so lange damit zu kämpfen hätte. Dass es immer wieder hochkommt.

Und ich denke an den Sommer, als es passierte. An meine Freunde, die mir so geholfen haben. An die Zeit eine Weile danach, als dieses Lied groß raus kam und mich packte. Und an den Sommer danach. “Sing noch mal das Lied, bei dem ich fast heulen muss” – ja… gern. Und warum bringe ich damit andere Menschen fast zum Heulen? Weil es mich selbst so berührt und ich meinen Schmerz darin ausdrücken kann? Klingt fast pathetisch. Egal. Ich mag das Lied, sehr sogar. Aber für mich ist es eben das Lied für und über ihn. Und wenn ich es spiel und singe, dann… dann. Denke ich. An ihn. An den Schmerz. Und manchmal an die schöne Zeit vor dem Leid. Aber auch an das Leid, auch wenn ich versuche, die schöne Zeit besser in Erinnerung zu behalten.

Fotos zu sehen fällt mir schwer. Darüber reden? Keine Chance. Und das Grab sehen… was hilft das schon? Trotzdem werde ich wohl mal wieder hingehen. Aber allein.

Tröstlich ist, dass er wohl stolz auf mich wäre. Doch, ja, ich denke schon.

// Was vorher war? Das. Und das.

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Aus einem Text über Humboldts Bildungsbegriff*:

Jede Sprache stellt [...] eine eigene Ansicht der Welt dar, die mit Lautsystem, Wortschatz und Grammatik dieser Sprache untrennbar verbunden ist und die Vorstellungs- und Empfindungswelt ihrer Sprecher nachhaltig beeinflusst.

*Hans-Christoph Koller:
Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehung: Eine Einführung.
4. Aufl. 2009. Kohlhammer Stuttgart.

Zitiert.

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Pascal Mercier hat Bücher geschrieben, die ich sehr bewundere (Nachtzug nach Lissabon; Lea). Neulich bekam ich auch andere Texte von ihm in die Finger und erfuhr, dass “Pascal Mercier” nur sein Alias ist, nämlich das von Peter Bieri. Im Zeit Magazin Leben (vom 19.12.07, Nr. 52) schrieb er über: “Was Sprache mit uns macht”.

Durch sprachliche Artikulation kann aus Gefühlschaos emotionale Bestimmtheit werden und aus Unbewusstem Bewusstes.

Zum Thema erfundene Geschichten:

Die Sprache ist auch ein Medium der Einbildungskraft, sie beflügelt die Phantasie und lässt uns Geschichten erzählen, durch die wir uns selbst ausdrücken und besser verstehen lernen.

Eine Erfahrung zur Sprache bringen verhindert, dass wir nur ihre Opfer sind; wenn wir Worte dafür finden, entsteht eine erkennende Distanz, die wir als befreiend erleben.

Zitiert.

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“Sage mir, für wen du dich hältst, und ich sage dir, was dir fehlt.”

Wie wahr. Genau das, wofür man sich hält, fehlt einem zumeist.

“Bei einem Lied ist es der Text, den wir zu verstehen meinen, aber was uns daran glauben lässt oder nicht, ist die Musik.”

Ebenfalls sehr wahr und weise gesprochen.

Beides zitiert aus: Carlos Ruiz Zafón – Das Spiel des Engels.

Zitiert.

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“Unsere Sprache kann man ansehen als eine alte Stadt: Ein Gewinkel von Gässchen und Plätzen, alten und neuen Häuschen mit Zubauten auf verschiedenen Zeiten: und dies umgeben von einer Menge Vororte mit geraden und regelmäßigen Straßen und mit einförmigen Häusern.”

Lugwig Wittgenstein (1889-1951)
in “Philosophische Untersuchungen”, 1953

Gedanken zum Buch

Gedanken zum Buch

Jonathan Safran Foer – Eating Animals

page 13:
The topic >eating animals< is just like the topic >abortion< – it is impossible to know some of the most important details (When is a fetus a person, as opposed to a potential person? What is animal experience really like?)

Voraussetzung dafür ist allerdings das “I-don’t-want-to-hurt-anyone-Prinzip”. Wenn man davon ausgeht, dann kann man auf die Frage, warum man Fleisch oder kein Fleisch isst, mit der Gegenfrage reagieren, warum man für oder gegen Abtreibung ist.

Da ich die Voraussetzung nicht erfülle, kann ich diese Gegenfrage so allerdings nicht stellen. Aber ich wollte mal den Gedankengang publizieren.

Konzert im Dunkeln

Konzert im Dunkeln

Ein Konzert – klasse. Musiker auf einer Bühne, Leute im Publikum, sie alle genießen die Musik. Es geht nicht um die Show, nicht um ein souveränes Auftreten, das von Körperhaltung, Mimik und Gestik bestimmt wird. Es geht um eine Erfahrung der besonderen Art. Die Souveränität der Musiker kann nicht gesehen werden – man kann sie nur hören und spüren. Seinen Platz hat sich jeder, Publikum wie Musiker, im bläulichen Dämmerlicht gesucht. Man hat sich noch einmal umgesehen, weiß in etwa, wer um einen herum sitzt bzw. wo sich die Instrumente und die Stühle befinden. Dann kommt die Ansage: Es wird dunkel. Eine Stunde lang ist es so dunkel, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. Vollkommene Dunkelheit füllt den Saal, man hört überraschtes und aufgeregtes Tuscheln, dann kommt die Musik. Zunächst wollen noch einige Gedanken geordnet werden, dann lehnt man sich zurück und wird eins mit der Dunkelheit und dem Klang von Akkordeon, Cello und Tuba, die sich zwischendurch mit einer Posaune abwechselt. Völlig im Bann der Musik traut sich nach den ersten beiden zusammenhängenden Musikstücken keiner zu klatschen, die Spannung ist greifbar. Dann endlich die Erlösung, man schmunzelt über diese Erfahrung. Einer der Musiker, man kann vermuten, ob es sich dabei um den Mann am Akkordeon oder an der Tuba handelt – das Cello wird von einer Frau gespielt – sagt einige Worte zu den gespielten Titeln, begrüßt und kündigt das nächste Stück an. Die Stimmung wird gelöster… Nach dem nächsten Applaus geschieht es dann: Einer der Musiker findet sein Instrument nicht. Ein Helfer mit Taschenlampe leuchtet ihm, die vollkommene Dunkelheit wird vom eigentlich schwachen Schein einer kleinen Lampe zerrissen, man erkennt seinen Sitznachbarn, kann auch die Bühne sehen. Eine so kleine Lampe ist in der tiefen Dunkelheit des Saals so machtvoll! Instrument gefunden, weiter geht es.
Die Stunde ist viel zu schnell um, das Saallicht beleuchtet Bühne und Publikum. Geblendet blickt man sich um, betrachtet endlich die Musiker genauer und applaudiert kräftig, kräftig genug für eine ordentliche Zugabe – im Hellen. Nach dem Genuss für die Ohren und das Befinden kommt nun der Genuss für die Augen dazu: Es bereitet großes Vergnügen diesen außergewöhnlichen Musikern beim Spielen zuzusehen. Doch man nimmt die Musik im Hellen anders wahr als im Dunkeln, es ist zwar nicht besser oder schlechter, aber anders. Nach der zweiten Zugabe und enormem Applaus ist das Konzert dann wirklich beendet. Man strömt aus dem Saal, wirft einen Blick auf die CDs, die verkauft werden, kauft vielleicht eine, verabschiedet sich eventuell von Bekannten und geht seiner Wege. Oder man bleibt noch einen Moment unschlüssig im Vorraum stehen, hält Jacke, Tasche und erstandene CD in den Händen und überlegt, ob man wirklich schon gehen will – natürlich nicht. Das Unausweichliche wird hinausgezögert… und belohnt: Die Musiker betreten den Vorraum, werden freundlich aufgenommen und von den letzten Konzertbesuchern um Autogramme gebeten. Und so baten auch wir und erhielten neben Autogrammen auch ein gemeinsames Foto.

Eine besondere Herausforderung, aber auch ein besonderes Erlebnis für Musiker und Publikum – ein Konzert im Dunkeln. Wunderbare Musiker, wunderbare Musik, wunderbare Atmosphäre – atemberaubend.

Die Anreise hat sich gelohnt. Gerne wieder.

Zitat des Abends: “The next song is called “L’acrobate”… which is French for… >acrobat<!” :)

Jetzt nur nicht durchdrehen…

Jetzt nur nicht durchdrehen…

Ruhe bewahren. Tief durchatmen. Langsam. Ruhig. Ruuhig. Alles wird gut. Alles geht seinen Gang.

Wah! Morgen Vormittag ist meine letzte Abiprüfung. Die verschobene mündliche. Ist ja schön, dass ich das nachholen darf und kann. Aber ich habe Angst! Dabei ist die eigentlich unbegründet.. na ja, jedenfalls nicht so vernünftig begründbar. Klar, es ist eine Prüfung. Klar, es zählt für meine Abiendnote. Klar, ich kann noch ganz viel dafür wiederholen, ich hätte viel mehr tun können. Aber kann man das nicht fast immer? Und will man das? Okay. Ich weiß ganz viel. Und auch wenn ich mein Wissen direkt vor mehreren Menschen preisgeben muss und nicht wie in der Klausur alles hinschreibe und die Reaktionen ers später bekomme: Es wird schon. Es ist nicht so schlimm. Die Prüfer sagen mir ohnehin nicht, ob es gut oder schlecht ist, was ich da tue und sage. Kein Grund zur Verunsicherung. Und entweder weiß ich es, was sie von mir hören wollen, oder ich weiß es nicht. Und wenn ich es weiß, ist das schön. Und wenn nicht, dann ist das kein Grund sich zu schämen. Schließlich testen die mein Wissen und nicht mein Unwissen. Und Wissen habe ich. Ich kann reden, vor anderen Menschen, vor Fremden und Bekannten, vor Jugendlichen und Erwachsenen. Ich bleibe ruhig. Und wenn ich mit einer Frage nicht klarkomme, bitte ich um eine andere. Das wird schon. Ruuhig. Ruhig, nur ruhig. Sei unbesorgt. Der Frühling kommt bald! Viele Sommer und Winter sah ich kommen und gehen.* Bald wird es wieder warm sein. Bald kannst du wieder hinaus auf die Wiese und das frische Gras fressen. Alles geht seinen Gang. Alles wird gut.

*Tomte Tummetott

Bücher über Bücher!

Bücher über Bücher!

Über den Tag-Surfer hab ich diesen Blogeintrag entdeckt, der mich sofort zum Schreiben animierte. Danke! ;) Ich fasse das Ganze allerdings hier eher als eine Art Stöckchen auf und nicht als Monatsschreiberei, da ich wohl im nächsten Monat nicht jeden Tag zum Bloggen komme, auch nicht jeden zweiten, sondern wahrscheinlich weniger regelmäßig. Also…: Read the rest of this entry