Reli lernen – II.

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Eine Zusammenstellung aus wichtigen Stichworten und Personen, deren Meinung und mehr. Fürs Abi. Für morgen. 😀 [Überarbeitet]

Zum Leid:
Hiob leidet. Das Volk Israel leidet in der ägyptischen Sklaverei (Ex 1). Jesus leidet am Kreuz (Mk 14f).
Hiobs Freunde sagen, dass Hiob sich sein Leid selbst zuzuschreiben hat: Er oder seine Kinder oder sonst wer hat/haben was Böses getan und er muss das nun ausbaden, denn so schreibt es die von Gott geschaffene Weltordnung vor. Das ist der Tun-Ergehen-Zusammenhang, bei dem davon ausgegangen wird, dass Gott mit seiner Allmacht und Allgüte eine Weltordnung geschaffen hat, die er nicht mehr direkt beeinflusst.
Kritiker sagen: Entweder der Glaube an die Allgüte oder der Glaube an die Allmacht muss aufgegeben werden. Wie kann Gott allgütig sein, wenn das auserwählte Volk, Hiob und Jesus leiden? Wie kann Gott die Allmacht zugesprochen werden, wenn sie leiden? Hiob klagt Gott direkt an. Leibniz und Epikur sind da gut dabei: Leibniz sagt, dass wir in der besten aller Welten leben und dass unser Leid eben dazugehört (mit anderen Worten: wir können froh sein, dass es nicht viel schlimmer ist! :D). Epikur erkennt einfach den Widerspruch zwischen Allmacht und Allgüte, hat er gut gemacht.^^ Pannenberg hat auch einen Antwortvorschlag: Die vollkommene Welt liegt erst in der Zukunft. Warum die Welt nicht vollkommen ist, erklärt Voltaire: Wir wissen nicht, wie die Welt vollkommen wäre, es gibt aber jemanden, der über uns steht: Jemand hat uns erschaffen, Gott hat uns erschaffen; Gott ist ein „Abstraktum“. Okay, ich gebe zu, das ist keine Antwort auf die Frage…
In den Psalmen gibt es die Bitte in der Not, die Sehnsucht nach Gott, der Wunsch nach Gerechtigkeit und das Lob Gottes (zB Ps 13, Ps 130).

Schuld und Sünde besteht unter anderem bei Paulus aus der Entfernung von Gott. Man kann aber glücklicherweise zu Gott zurückkommen. Paulus findet die Taufe dafür ganz toll, aber er bezieht sich nur auf die Taufe in letzter Minute, so wie Johannes taufte. Bei Paulus stirbt nämlich der alte, sündige Mensch (Sünde tötet! Röm 7) mit der Taufe und erhält neues Leben durch den Geist, der mit der Taufe zum Menschen kommt. Das ist der Zuspruch des Geistes und damit Zuspruch der Freiheit für den Menschen. Damit wird aber auch der Anspruch an den Menschen, sich dementsprechend zu verhalten, gestellt.
An sich ist Tod ja Zeichen für Vergänglichkeit. Bei Paulus ist der Tod einerseits das Ergebnis der Entfremdung von sich, Gott und der Welt, andererseits aber auch noch viel mehr: In der Taufe nämlich bedeutet der Tod das Auslöschen des alten Menschen und Neubeginn. Durch Jesus darf man nun auf die Aufhebung des Todes hoffen – eine neue Ordnung wude geschaffen. Luther hat sich der Sache angenommen und den Begriff der Kreuzestheologie geprägt. Er meint nämlich Gottes Schwäche am Kreuz Jesu zu erkennen, Gott erniedrigt sich selbst um der Menschen willen, sucht das Unterste und ist solidarisch.

Wir erfahren Vergebung: in den Heilungen von Jesus, in seinen Worten und in seinem Leiden. Jedoch muss man mit dem Zuspruch der Vergebung auch den Ansprüchen gerecht werden (siehe Taufe bei Paulus), die dazugehören: Man soll ein Leben für Gott führen, sich an die Gesetze halten, besonders an das Doppelgebot der Liebe. Und vor allem soll man zuerst selbst vergeben, bevor einem vergeben wird. Und so. 😉
Besonders deutliche Worte verwendet Jesus in der Bergpredigt. Er verschärft und entschärft die Gesetze zugunsten Israels und zugunsten der Ausgestoßenen. Die Weisungen Gottes unterstützt er, die ausgrenzenden und die kultischen Gebote und Gesetze kritisiert er. Besonders das Sabbatgebot entschärft er zugunsten des Menschen, er stellt klar, dass es in erster Linie um den Menschen selbst gehen muss, nicht um die Einhaltung der Gesetze – diese stehen sonst der Nächstenliebe und der Liebe zu und dem Dienst an Gott im Wege. Auch die Sorge darüber, was rein und was unrein ist, stellt er zurück und erinnert an den Bund.

Dieser Zuspruch-Anspruch-Gedanke ist auch im Dekalog zu finden: Die Präambel erinnert noch einmal an die Befreiung aus Ägypten, ingesamt wird aber die Verantwortung des Volkes wachgehalten (Ex 20). Man ist zwar frei, aber man darf die Freiheit nicht ausnutzen, dafür hat man sie nicht erhalten. Freiheit gibt es durch die Gottestat, der Exodus ist das beste Beispiel dafür. Viele Leute haben sich mit diesem Begriff beschäftigt: Paulus im Römerbrief, wieder mit Zuspruch und Anspruch, dann im Galatherbrief (Gal 5), außerdem Sartre, Luther, Bonhoeffer und die Barmer Versammlung.
Sartre (, Jean-Paul, Philosoph und so) hielt den Menschen für sehr frei, er glaubte weder an Gott noch an Determiniertheit. Er war Existenzialist, der behauptet, dass der Mensch sich selbst entwirft, da er zur Freiheit verdammt ist und daher für sein Tun selbst verantwortlich ist. Sartres Motto lautet „to be is to do“.

Der Bund hilft, die gegenseitigen Verpflichtungen im Gedächtnis zu halten und auch einzuhalten: Zunächst ist da Noah und der Regenbogen, dann Abraham, dann der Sinai-Bund (Ex 24), mit welchem Mose die Gebote erhielt (darüber hinaus gibt es im Exodus noch viele weitere Gebote und Gesetze, man kann sogar fast von einer Art Grundgesetz reden); sie erinnern an die Verpflichtungen von Mensch und Gott. Im Neuen Testament ist zudem vom Blut des Bundes die Rede. Hier geht es auch um das Ziel des immer zu erneuernden Gottesverhältnisses.

Ein weiterer Zuspruch für den Menschen, der natürlich auch einen Anspruch mit sich bringt, ist der der Gottesebenbildlichkeit, imago dei. Diese bezeugt eine königliche Bevollmächtigung des Menschen und besagt, dass er sich die Erde untertan machen soll. Jedoch ist hier nicht von „unterwerfen“ sondern von „regieren“ die Rede. Es geht darum, die Erde zu verwalten, aber auch zu beschützen. Man darf sie nutzen, aber nicht ausnutzen. Man darf seine Füße darauf stellen, aber nichts zertrampeln. Das Bild kommt übrigens aus dem alten Ägypten; die Pharaonen galten als Söhne Gottes, als die Vertreter Gottes auf Erden. So wurden sie regelrecht vergöttert. Allerdings trampelten sie oftmals auch auf der Erde herum, auf die sie ihre Füße setzten.

Mit den Gesetzen ist es aber auch so, dass man überlegen muss, wann es ethisch vertretbar ist eines zu übertreten, es geht um die innere Haltung, um die Verbindung zwischen Tat und Herz (zB Sabbatheilungen Jesu).
Rechtfertigung“ ist übrigens kein biblischer Begriff, trotzdem ist er wichtig. Es geht allerdings nicht darum, was uns gerecht macht, sondern wie wir uns rechtfertigen. Luther hat dazu einen Viererblock parat: sola gratia, sola fide, sola scriptura, sola christum – nur durch Gnade, Glaube, Schrift und Christus sind wir gerecht. Paulus schreibt, dass wir durch Glaube gerecht werden (Röm 3). Es geht um Gerechtigkeit vor Gott; Luther sagt, im Glauben könne man von Gott gerecht gemacht werden. Allerdings kann man sich niemals selbst gerecht machen, indem man glaubt. Ausgeklügeltes System. 😀

Paulus ist es auch, der an Gemeinden schreibt und ein bestimmtes Bild von Kirche und Gemeinde entwirft: ein Leib – viele Glieder = eine Einheit. Man kann die Gemeinde und Kirche auch als Herde, Haus oder so ähnlich ansehen. Dadurch kommt es auch zum Anspruch, die Schwachen zu schützen (1 Kor 8: Korintherstreit).

Reich Gottes – joa… davon kann man reden. (Ich weiß, schwache Überleitung.) Anhand von Gleichnissen, Wundern und deren Geschichten zeigt (nicht nur) Jesus, dass das Reich Gottes anbricht. Allerdings sagen er und alle anderen mal, dass es noch kommt, mal, dass es schon da ist, und mal, dass es gerade im Umbruch ist. Man kann es also präsentisch und futurisch (nicht futuristisch, bitte!) deuten. Es gibt Ereignisse, die auf das eine, und andere Ereignisse, die auf das andere hinweisen. Schön, wenn man sich so sicher sein kann… Auf jeden Fall ist das Reich Gottes nicht territorial aufzufassen, sondern so, dass Gott als König herrscht, also eher als Regentschaft Gottes. 😉
Und dann ist Gott ja nicht nur König und Herrscher, sondern auch noch Vater! Es geht also noch besser, noch weiter über die Königsvorstellung hinaus, noch persönlicher. Im Vaterunsergebet wird das deutlich, der Mensch hat eine persönliche Beziehung und einen direkten Zugang zu Gott.

Noch ein Wort zu Jesus: Er ist der leidende Gerechte (Ps 22, Mk 15,24ff), der am Kreuz für uns stirbt. Zeitgenösisch ist er der Davidssohn, nach Ostern der Sohn Gottes. Allgemein wird er immer wieder als Messias/Christus bezeichnet, als Gesalbter also.

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Eine Antwort »

  1. lea ,
    drei worte : informativ und unterhaltsam.
    wenn man sowieso schon gelernt hat ist das hier ne perfekte Zusammenfassung …
    danke dafür und bis morgen 😉

    Klaas

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