Bahn.

Standard

Heute im Zug.

Zunächst die Feststellung: Letzte Woche war es wohl zwei Stunden später voller. Die Woche davor war es zu „meiner“ Zeit voll. Heute war es wieder zu „meiner“ Zeit voll. Was soll’s. Dann wird es vielleicht nächste Woche wieder leerer sein… oder auch nicht. Mir egal, ich hatte ’nen Platz. Entgegen der Fahrtrichtung, aber das war mir heute egal.

Vor mir – oder hinter mir, je nachdem, ob man das nun in oder entgegen der Fahrtrichtung betrachtet, saß ein mir nicht unbekannter, aber auch nicht wirklich bekannter Mensch – nett, aber so auch nicht weiter zu beachten. Brachte mich nur zwischendrin auf andere Gedanken.

…Alkoholverbot gewünscht. Und Alkoholisiertenverbot. Muss ja letztlich jeder selbst wissen, aber ich fand es nervig. Man muss schließlich nicht deutlich alkoholisiert im Zug laut verkünden, dass man deutsch sei und deshalb SAUERKRRRAUT und SALZKARTOFFELN liebe. Wirklich nicht. Bitte, danke. Mindestens ebenso nervig waren aber auch die Leute, die sich nach eben diesem Betrunkenen umsahen und die Hälse reckten. Und sich dann wieder abwandten. Besser waren da die Menschen, die zumindest ein wenig um Gespräch bemüht waren. Noch besser war der TrainCatering-Mensch, der dem laut nach „’n Becks, mien Jung“ verlangenden Betrunkenen einfach sagte, er habe keine alkoholischen Getränke mehr dabei, und sich auch nicht aus der Ruhe bringen ließ, als der Betrunkene dann, während der TrainCatering-Mensch eine Reihe weiter Kaffee und Sandwiches verkaufte, begann herumzupöbeln und eben jene Sandwiches schlecht zu machen. Am besten allerdings waren die jungen Menschen, die dem Betrunkenen seine Sachen nachbrachten, als er ausstieg. (Und noch besser als am besten war die Ruhe, die dann herrschte, doch leider wurde sie von einem mittelalten Herrn gestört, der am Platz neben mir allerlei Mitgebrachtes verspeiste, was ihm augenscheinlich mundete, mich allerdings eher skeptisch den Blick gen Fenster wenden ließ…)

Molière gelesen. Der Geizhals. Für gut befunden, teilweise gelacht, geschmunzelt, gewundert und vor allem über die Worte gefreut. Ein weiterer liegt bereit, ich bin gespannt.

Kurz bevor ich meinen Molière durch hatte, kam die beste Bahn-Ansage seit langem. „Sehr geehrte Fahrgäste, in Kürze erreichen wir dann München… äh… Bremen Hauptbahnhof“. Gelächter allerseits. Warum auch nicht, ist doch ganz naheliegend… nicht.
Hier stieg dann auch der Mensch vor bzw. hinter mir aus (nein, um, das glaube ich zufällig zu wissen). Und dann hatte ich auch meinen Molière durch. Von da an blieb Musik zu hören und nachzudenken. Größtenteils unproduktiv, ein bisschen für die Uni und ein bisschen für eine noch zu Ende zu schreibende Geschichte. Der Rest der Fahrt blieb dann recht ereignislos.

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