Mehr Nähe.

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Ich muss Vertrauen haben, dass mein Wunsch nach Nähe nicht als Aufdringlichkeit wahrgenommen wird. Dass der Wunsch auf Gegenseitigkeit beruht. Berühr mich – einfache Worte, eine einfache Bitte. Mir fällt es so schwer sie auszusprechen.

Du weißt vielleicht gar nicht, dass ich mir deine Nähe wünsche. Ich kann dich nicht fragen, das trau ich mich nicht. Ich muss vorher sicher (genug) sein, dass mein Wunsch nach deiner Nähe von dir nicht als Aufdringlichkeit aufgefasst wird. Dass du dir das auch wünscht, wäre gut, richtig gut wäre, wenn ich das mindestens vermute, besser noch weiß. Es fällt mir so schwer dich zu fragen, dich zu bitten. Ich könnte dir auch anders zeigen, dass ich berührt werden möchte. Ich könnte die Berührung auch selbst herbeiführen. Zu einer Berührung gehören zwei Menschen, ich könnte also auch anfangen. Das ist auch eine Berührung. Aber Verschiedenes hindert mich. Zuerst: Ich muss mir sicher (genug) sein, dass du das möchtest. Ich kann dich nicht einfach anfassen, das traue ich mich nicht. Dann: Was ist, wenn du das nicht möchtest? Was machst du dann? Merke ich das? Dann fühle ich mich schlecht, weil ich dich berührt habe, obwohl du es nicht wolltest. Und wenn ich es nicht merke? Das wäre schlecht. Das möchte ich nicht, die Verantwortung ist sehr groß. Die nehme ich nur sehr selten auf mich. Und dann auch: Berührungen unterscheiden sich. Es macht einen Unterschied, ob ich mich auf dich zu bewege oder du dich auf mich. Oder wir uns beide. Und es macht für mein Gefühl einen Unterschied, ob die Berührung von mir ausgeht oder von dir. Ich möchte sie von dir geschenkt bekommen, ich möchte ganz sicher sein, dass du sie mir gibst und nicht ich sie mir nehme. Dann habe ich das Gefühl, das ich mir wünsche, dann ist diese Berührung heilsam. Darum kann ich sie mir nicht selbst nehmen, wenn ich unsicher bin. Aber ich könnte mit Berührungen signalisieren, dass ich berührbar bin. Das wäre mal eine Idee. Ich muss mich nur überwinden.

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  1. Wenn du die Möglichkeit erwägst, dass dein Berührungsversuch negativ ausgeht (weil ungewollt), solltest du vielleicht auch die Möglichkeit erwägen, dass dein Zögern negative Konsequenzen haben kann. Denn Zögern kann natürlich tückisch und tragisch sein, dort, wo zwei Menschen aufeinander treffen, die beide Nähe voneinander wollen, sich aber beide nicht trauen. Mich zumindest motiviert der Gedanke, dass ich eine Chance vergeben könnte – wenigstens ein bisschen. Also: Nur Mut!
    Aber beachte, dass ich hier nicht in der Rolle desjenigen spreche, der weiß, wo’s lang geht. Stell dir lieber vor, wir sitzen zusammen in einer Selbsthilfegruppe. 😀

    • Es gibt immer noch keine selbstgebackenen Plätzchen, aber für Tee ist gesorgt, hier in der Selbsthilfegruppe. Die find ich gut und bin gespannt auf Weiteres. 🙂
      Ich danke dir. Da werd ich weiter drüber nachdenken, vielleicht begegnet es dir hier demnächst wieder. 😉

    • Ach, weißt du, ich esse in letzter Zeit eh zu viel Süßes. Lass dir ruhig Zeit, dann bleibe ich schlank. Aber, äh… Hast du vielleicht Honig für den Tee… ?

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