Angst.

Standard

Ich habe Angst. Verschiedenes macht mir Angst. Jetzt gerade, ganz aktuell und akut ist ein Angstgefühl da, das mich mehr als beunruhigt. Es ist Angst vor der Welt und Angst um die Welt. Und es ist nicht nur Angst, das Gefühl setzt sich aus weiteren Empfindungen zusammen. Ich fühle mich machtlos, klein. Und es schmerzt mich, was passiert. Dass es passiert. Wie damit umgegangen wird. Was es auslöst. Diese Kette von Ereignissen, die sich aneinander reihen.

Berlin ist gar nicht mal so weit weg. Ich kenne Menschen dort, ich erfahre über Soziale Medien, dass sie tatsächlich sehr nah dran waren. Auch das macht mir Angst. Berlin ist nur ein Ort von vielen. Bisher hatte ich Glück, wenn es so etwas wie Glück gibt. Ich bin in den Osterferien nicht nach Brüssel, sondern nach Den Haag gefahren. Und jetzt gerade bin ich nicht in Berlin gewesen, sondern in der Heimat. Und meine Lieben in Berlin scheinen verschont geblieben zu sein. Ich hatte Glück, sie hatten Glück. Anderen ergeht es anders. Es kommen Menschen zu Schaden – ja, das passiert immer wieder, ja, mal hat man Glück und mal vielleicht auch nicht. Aber es macht mir Angst.

Mir macht auch Angst, dass nach solchen Ereignissen die Rufe nach „Gerechtigkeit“ und „Vorkehrungen“ laut werden. Wie dumm! Bestimmt gibt es Dinge, die getan werden können. Das sind jedoch eher nicht die, die lautstark gefordert werden. Was getan werden könnte? Zum Beispiel die Wartelisten von Psychotherapieplätzen anzugehen und die Wartezeiten zu verkürzen. Menschen eine Perspektive für ihr Leben zu geben, sei es mit einem anständig bezahlten Job, sei es mit ärztlicher Hilfe für kranke Angehörige oder sich selbst, sei es mit anderweitiger Rettung aus großer Not, sei es mit Bekämpfung von Diskriminierung – ob sie aufgrund von Armut, Aussehen, Glaube, Herkunft, Gesundheit oder was auch immer geschieht. Es gibt viel zu tun. Es gibt viele Missstände. Es gibt Probleme. Und es gibt Menschen, die nicht verstehen, wie das alles zusammenhängt, und die ihre eigenen Schlüsse aus Situationen ziehen oder öfter noch die Schlüsse anderer nachplappern ohne sie zu hinterfragen. Das ist auch ein Problem. Es braucht Transparenz, es braucht Aufklärung und Bildung. Es braucht Lösungen. Perspektiven.

Und dann braucht es, brauche ich, braucht die Welt Liebe und Verständnis und Miteinander. Licht und Wärme. Vor allem jetzt, in diesem Moment. Und in jedem weiteren.

Sagt man nun eigentlich „Je suis Berlin“? Oder geht der alte Satz „Ick bin ein Berliner“ wieder an den Start? – Vielleicht kommen wir mit etwas Humor wieder ein Stück weit ins Licht.

 

Es gibt noch mehr Angst. Aber jetzt gerade ist das oben beschriebene Gefühl überwältigend. Keine weiteren Worte.

Werbeanzeigen

Eine Antwort »

  1. Die Angst, die Du beschreibst, empfinden derzeit viele Menschen – auch ich – als sehr real. Wir fühlen uns bedroht, nicht von einzelnen Attentätern, sondern von einer Welt, von der wir meinen, dass wir sie nicht (mehr) beeinflussen können. In der etwas oder jemand die Kontrolle übernommen hat, der uns allen Schaden zufügt. Wir dürfen aber nicht warten, bis ein anderer Jemand das wieder für uns in Ordnung bringt. Dafür gibt es zu viel zu tun. Und jede/r von uns hat eine Kraft in sich. Es ist die Kraft unserer Gedanken. Mit ihnen formen wir unsere Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.