Schlaf(en).

Standard

Schlafen ist wichtig. Am besten schlafe ich…wo? Wie? Hm. Im Moment schlafe ich nicht besonders gut. Zeit, das mal genauer anzusehen. Und festzuhalten.

Gut schlafe ich, wenn es sehr dunkel ist. Dank Prof. Dr. Abdul Nachtigaller wissen wir, dass Dunkelheit in jeweils so-und-so-viel Nachtigaller angegeben werden kann. Ich kenn mich da nun nicht so gut aus wie der zamonische Professor, also belasse ich es bei der Angabe „sehr dunkel“. Ich kann es ja noch weiter beschreiben. Wenn ich in meinem WG-Zimmer im Bett liege und schlafen möchte, hab ich das Rollo vorm Fenster runter gezogen. Es ist dunkelblau und wohnte schon vor mir in der Wohnung. Ich habe mit Kreide Sterne drauf gemalt, das sieht ganz nett aus. Es hat ein paar kleine Löcher, die auch wie Sterne aussehen, wenn Licht durchscheint. Außerdem kommt auch Licht an der Seite durch, links mehr als rechts, denn die Straße draußen vorm Haus ist nachts hell erleuchtet und das Rollo ein wenig schief. Mittlerweile (nach etwa einem Jahr!) bin ich auf die Idee gekommen, mit Wäscheklammern einen Schal links am heruntergezogenen Rollo zu befestigen. Das ist noch nicht die optimale Lösung, sorgt aber für deutlich mehr Dunkelheit in meinem nächtlichen Zimmer. Sonstige Lichtquellen werden auch eliminiert, der Laptop ist nachts normalerweise aus und auch sonst darf nichts leuchten. Ich schlafe im Dunkeln. (Dunkelheit ist dann aber auch noch mal ein Thema für sich…) Wenn es dunkel ist, schlafe ich schneller ein, schlafe tiefer und also besser als wenn es hell ist. Ich wache allerdings auch weniger gut auf. Nachts ist das praktisch, morgens nicht so. Aber zum Aufwachen komme ich später.

Gut schlafe ich, wenn es ruhig ist. In der Heimat schlafe ich viel besser als in der WG. Die WG liegt nämlich in einer Stadt, so richtig mittendrin. Die Stadt ist nicht besonders groß, aber sie hat eine Fußgängerzone und einen Bahnhof in unmittelbarer Nähe zur WG. Städte rauschen. Das ist einfach so. Da sind Menschen und Maschinen, Autos, Züge, Busse. Leute auf der Straße und im Haus. Da ist es nicht leise. Außerdem sind in der Wohnung die Wände nicht allzu dick, die Zimmer nah beieinander. Ich höre also nachts auch die Therme, wenn sie an ist, und den Kühlschrank. In dieser Wohnung ist ein netter Kühlschrank, der nur ein wenig brummt; der in der alten Wohnung hat nachts immer ganze Romane erzählt… Das fand ich sehr grausam. In der Heimat höre ich nachts auch, wenn Autos fahren. Aber da fährt mal eins, dann ist wieder Ruhe. Im Sommer bei offenem Fenster und günstigem Wind höre ich auch die Güterzüge durchrauschen, weit entfernt. Das ist fast schon romantisch. Ansonsten höre ich vielleicht andere Familienmitglieder schnarchen, so ab und an. Manchmal stört mich das, meistens ist es ok. Sie sind weit genug weg. Der Kühlschrank und andere Geräte stehen so weit weg, dass ich davon in meinem Bett nichts mitbekomme. Es ist so ruhig, dass ich nach stressigen Zeiten in der WG oder unterwegs immer ein paar Tage brauche, um mich wieder an die Stille in der Heimat zu gewöhnen. Wenn ich dann nur übers Wochenende da bin, also wirklich nur für zwei Nächte, dann ist der Schlaf nicht so erholsam wie er sein könnte, weil ich die Stille nicht gewohnt bin. Aber eigentlich genieße ich sie sehr. Ich schlafe ungern mit Ohropax, aber manchmal ist das notwendig, weil hilfreich, besonders wenn ich unterwegs bin, auswärts schlafe. Oder wenn in der WG irgendwas abgeht, das mich nicht interessiert und ich daher lieber schlafe. Je ausgeglichener ich bin, desto besser ertrage ich Geräusche beim Einschlafen. Aber am liebsten schlafe ich in der Stille. Manchmal höre ich Musik über Kopfhörer oder über einen CD-Player, um Geräusche oder auch Gedanken zu übertönen. Einschlafen kann ich dazu nicht, aber müde werden. Ich hab früher nie schlafen können, wenn ich bei Freund*innen war, die zum Einschlafen ein Hörspiel brauchten (dass sie dabei schlafen konnten, meist schon nach wenigen Minuten, war mir unbegreiflich!). Ich lauschte der Geschichte, wurde vielleicht dabei schläfrig. Spätestens beim „Klack“ der durchgelaufenen Kassette war ich aber wieder hellwach. Und dann wollte ich wissen, wie es weitergeht! Heute ist es so, dass ich, wenn ich erst mal schlafe, sehr schwer wieder zu wecken bin. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Nur der Prozess des Einschlafens kann dauern…und dauern und dauern.

Gut schlafe ich allein, gut schlafe ich in Gesellschaft. Je nachdem. Ich drehe und wende mich in meinem Bett so lange, bis ich die perfekte Position gefunden habe. Das geht meist recht schnell, weil ich bevorzugte Positionen habe. Dann liege ich. Still. Bewegungslos. Wenn jemand mit mir im Bett liegt, ist allein die Atmung dieser Person so viel Bewegung, dass ich selbst Schwierigkeiten habe meine Position zu halten (wenn ich sie denn erst mal gefunden habe). Außerdem wird es anders warm, wenn zwei Menschen im gleichen Bett liegen. Atem ist sowieso schwierig, denn der Mensch in meinem Bett darf mich nicht anatmen, weder ins Gesicht noch in den Nacken oder sonstwo hin. Wenn ich schlafen möchte, geht das nicht. Wenn der Mensch dann auch noch hörbar atmet, wird es noch schwieriger für mich – ich schlafe eben gern still. Aber manchmal ist es gut mit einem Menschen in meinem Bett. Gemeinsam zu schlafen ist schön, gemütlich, wohltuend und heilsam. Je nach Befindlichkeit kann ich aber nur ein gewisses Maß an Nähe ertragen. Ebenso je nach Befindlichkeit mag ich es sogar, einen Menschen sehr nah bei mir in meinem Bett zu haben, mit Atem und Bewegung und Wärme und allem. Da gilt es den Mittelweg zu finden… Manchmal schlafe ich mit, manchmal ohne Gesellschaft besser.

Gut schlafe ich in meinem Bett. Meine Bettdecke ist genau richtig warm und schwer, meine Bettwäsche ist schön und riecht nach meinem Waschmittel und mir (oder meinen Gästen 🙂 ). Meine Schlafsachen passen, mein Kissen ist gemütlich und meine Matratze erst recht. Ich fühle mich wohl und mein Rücken ist zufrieden. Im Zimmer ist es eher kühl und ich nehme meist etwas Wärme mit ins Bett, vom Kirschkernkissen oder der Wärmflasche spendiert – ob und wie ist ganz nach Befindlichkeit verschieden.

Gut schlafe ich, wenn ich gut vorbereitet bin. In der Schulzeit hieß das: Klamotten bereit gelegt, Schultasche gepackt. Abends im Bett überlegt, ob das alles so passt. Wenn nicht: nochmal aufgestanden. Heute heißt das: Klamotten überlegt oder bereit gelegt, wenn was Wichtiges ansteht. To-do-Liste geschrieben oder Tag anderweitig geplant (und wenn es Nichtstun ist oder „ich schau mal“ – das überlege ich mir vorher). Das ist wichtig. Dann komme ich zur Ruhe.

Gut schlafe ich, wenn ich mir die Zähne geputzt hab. Ohne Zähneputzen ins Bett? Das geht fast nicht. Egal wie spät es ist, egal wie müde ich bin. Nun gut, mittlerweile schaffe ich es auch, mal darauf zu verzichten. Denn nach dem Zähneputzen bin ich immer ein bisschen wacher als vorher, das ist blöd, wenn ich sowieso schlecht einschlafen kann. Ein schlechtes Gewissen hab ich dann doch, das nehme ich manchmal aber in Kauf.

Gut schlafe ich, wenn ich weiß, dass meine Lieben sicher daheim sind. In der Heimat liegt mein Zimmer mittlerweile so, dass ich die Eingangstür nicht hören kann. Früher war das anders, wenn dann abends jemand unterwegs war, konnte ich erst so richtig ruhig schlafen, wenn ich gehört hatte, dass er*sie zurückgekommen war. Heute ist das in der WG auch so: Wenn der Mitbewohner noch unterwegs ist (aber heimkommen wird), wenn ich schlafen gehe, dauert es mit dem Einschlafen noch ein bisschen länger. Wenn er dann heim kommt, bin ich beruhigt und schlafe ein. Wenn ich ihn nicht heimkommen höre, weil ich schon schlafe, kommt mir der Schlaf weniger erholsam vor. Ich weiß nicht immer, ob er heim kommt. Nicht zu wissen ob er da ist oder nicht, ist ein Gefühl, dass ich morgens nicht gut leiden kann. Ich weiß gern woran ich bin.

Das mit dem Aufwachen ist so eine Sache. Ich bin abends gern mal länger wach, früh aufzustehen fällt mir schwer. Klassischer Fall von Eule. Aber es gibt ein paar Dinge, die mir helfen, die ich mit der Zeit für mich entdeckt habe.

Ich habe eine Zeitschaltuhr für meine Nachttischlampe. Ja, es gibt auch so intelligente Lampen, die das selbst können. Aber als mir die Idee kam, wollte ich erst mal ausprobieren, ob es wirklich hilft. Außerdem ist so eine Zeitschaltuhr günstiger – und ich mag meine Nachttischlampe. Das Licht geht nun einige Minuten vor dem Weckerklingeln an, dank Energiesparleuchtmittel auch mit sanftem Lichtanstieg. Sofort hell wäre mir zu viel, aber so ist es gut. Dann der Wecker: Bis vor Kurzem diente mein Handy zu diesem Zweck. Aber irgendwie fand ich das nicht gut. Weder gefielen mir die Wecktöne noch die Tatsache, dieses Ding immer neben dem Bett zu haben. Und ein paar Mal habe ich einen eingehenden Anruf mit dem Wecker verwechselt und weggedrückt. Ich habe nämlich kein smartes Phone. Noch nicht. Aber ich habe jetzt einen neuen Wecker und der ist toll. Es war ein Weihnachtswunsch, den ich erfüllt bekommen habe. Der Wecker kann Verschiedenes: Er spielt Radio und Musik von USB oder über aux-Kabel, er kann einschlafen und aufwachen (haha ja, das sollte er als Wecker können). Fürs Wecken merkt er sich die letzte Lautstärke und die Wiedergabeoption (Musik von USB kann auf verschiedene Weise gespielt werden, z.B. random oder in Dauerschleife). Das Display kann drei Helligkeitsstufen und „ganz dunkel“, also aus. Das ist eine sehr gute Funktion, finde ich. 🙂 Die beste Funktion ist allerdings, dass die Musik beim Wecken ganz ganz leise anfängt und sich dann langsam (wirklich langsam) zur zuletzt eingestellten Lautstärke steigert. Das begeistert mich sehr. Wenn ich nun noch einen USB-Stick mit der richtigen Musik bestücke, wird das Aufwachen morgens vielleicht sogar gut, zumindest aber nicht mehr so hart.

Ich schrieb schon mal, dass ich morgens im Bett gerne denke und träume. Die Snooze-Funktion meines Handy-Weckers unterstützt das (manchmal: leider), der neue Wecker kann das auch. Aber vielleicht wird das mit Musik anders. Grundsätzlich brauche ich morgens Zeit. Für mich. Um wach zu werden, um mich von der Nacht zu verabschieden, um mich auf den Tag einzustellen. Manchmal überlege ich, was den Tag über so passiert, was ich schaffen möchte oder muss. Manchmal überlege ich mir, was ich anziehe oder was ich esse. Um wach zu werden und in Gang zu kommen – und weil es mir durch den Tag hilft. Wenn ich dann aufstehe, ist der allererste Gang normalerweise zum Wasserkocher. Wenn das Teewasser aufgesetzt ist, geht’s ins Bad, wo es je nach Energielevel und Zeit schon mal gebürstete Haare und einen Zopf gibt – meist geht das erst später. Und dann trinke ich Tee, einen großen Becher voll. Und dann…dann kann ich auch mehr. Sowas wie frühstücken, reden, praktisch denken. Dann kann es losgehen. Von meinem Bett und noch mehr Schlaf träume ich dann aber meist doch noch eine Weile, bis ich so richtig im Tag angekommen bin, an manchen Tagen auch einfach durchgehend.

Es gibt also nicht nur über mein Bett, sondern auch über den Schlaf darin einiges zu sagen. Hmhm. Interessant. Jedenfalls für mich. 🙂

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