Acht.

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Acht.

Wow. Zeit ist ja relativ. Das erlebe ich in der letzten Zeit sehr deutlich: Während ich noch im Praktikum gearbeitet habe, kam ein Projekt nach dem anderen, teilweise mit Überschneidungen, und die Zeit verging wie im Flug. Jetzt, hinterher, ergeht es mir immer noch so. Oh der Juli ist vorbei, oh der August ist vorbei, oh es gibt Weihnachtsgebäck in den Läden, oh der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, oh ich hab Geburtstag, oh es ist Herbst… Und nun ist schon fast der September rum. Bald geht ein neues Uni-Semester los. Und ich? Ich häng hier so rum. Räume auf. Erhole mich. Vila – på Svenska, mit schwedischem Fernsehen. Mit Spaziergängen, die ich noch öfter machen könnte. Mit der Querflöte, die ich nach Jahren wieder ausgepackt habe. Bisher habe ich mich nicht wirklich an die Uni-Sachen getraut, die nun zu tun sind. Praxisbericht, Modulprüfungen, Masterarbeit. Studiumsabschluss. Die Zeit vergeht. Sechs Jahre sind es schon, hier in der Uni-Stadt. Sechs volle Jahre, vollgepackt mit so vielen Erlebnissen, traurigen und schönen. Einige Erlebnisse haben Eingang in diesen Blog gefunden.

Ein Rückblick auf die 9 Monate Praktikum, die sich über 2017 und zum kleineren Teil auch 2016 erstreckten: Zwischenzeit.

Im November und Dezember 2016 habe ich intensiv über mich nachgedacht und mich mit mir beschäftigt, indem ich hier viel schrieb. Außerdem entwickelte sich über Kommentare und Einträge eine äußerst interessante Bekanntschaft, die mittlerweile einen anderen Namen verdient. Es wurden so einige Dinge weitergedacht.
Früher im Jahr gab es eine wundervolle Hochzeit, auf deren Feier nebenbei auch denkwürdige andere folgenschwere Ereignisse geschahen und nicht nur mich zu Realitätsrekonstruktionsprozessen nötigten. Das Gefühl der Zeit trifft immer noch Alice Phoebe Lou’s Orbit. Vorher, in der ersten Jahreshälfte, gab es hier nicht so viel – ich war sehr beschäftigt mit der Uni und anderen Dingen.

2015 hatte einen eher dunkel gefärbten Herbst und Winter und ich dachte viel über mich und die Welt nach und die Relationen. Abgesehen davon steckte ich in der Uni, hatte den Master angefangen und den Bachelor beendet, mit Überschneidung. Crazy. Neue Menschen, Altes abschließen. Außerdem war da der Umzug in die neue Wohnung. Zwei Jahre ist das jetzt her, mittlerweile hat sich hier so viel verändert: zwischendurch kamen Katzen und eine Freundin (nicht für mich und nicht permanent wohnend, aber dennoch) dazu, dann verschwanden sie allesamt…aber das ist heute. 2015 war ich mit einigen Sachen fertig und es ging vieles weiter. Früher im Jahr hatte ich einen Durchhänger, der mich sagen ließ: Manchmal ist gar nichts noch zu viel. Dieses Gefühl scheint wiederkehrend zu sein.

Einen Kontakt zwischen Menschen anfangen – nur wie? Das war die große Frage, die ich mir so oft stellte, konkret aufgeschrieben im November 2014. Mittlerweile habe ich Verschiedenes ausprobiert, finde es aber immer noch schwer. Es hat sich was getan, ich hab gelernt, hab mich getraut, das eine oder andere Mal. Es wird.
Ansonsten hab ich 2014 nicht viel geschrieben. Einen wichtigen Eintrag machte ich, als ich mich an ein Ereignis zwei Jahre zuvor erinnerte, an dessen Jahrestag und an eine schwere Entscheidung. Erinnerungen, die mich immer noch schmerzen, eine Entscheidung, die ich immer noch bereue.

2013 war ich mitten im Bachelor-Studium und erinnerte mich, dass ich ja schon im Abi Lerneinträge im Blog geschrieben hatte. So also wieder. Ob es geholfen hat… nun ja. Aber es war eine Art zu lernen. Ich wohnte in der ersten WG, genoss des Öfteren den Regen auf dem Flachdach vor meinem Zimmerfenster, auch wenn die Aussicht eher grau war. Musikalisch trifft I Am Kloot die Stimmung, vor allem auch wegen der inneren Verknüpfungen meinerseits.

Ende 2012 fand das Auf und Ab der Beziehungsliebe Eingang in den Blog und ich lächle immer noch über den Satz „Liebe Libellen bellen„. Es war bei Weitem nicht immer schön. Aber es war auch bei Weitem nicht immer unschön. Es war herrlich und grausam und wundervoll.
Ein anderer mir wichtiger Satz aus meinen Einträgen hier lautet: Früher gab es heute Marzipantorte. Der Ehrentag, um den es geht, rückt auch in diesem Jahr wieder näher. Der Schmerz ist immer noch da, Verlust ist grausam. Manchmal, ganz selten, vergesse ich für einen Moment, dass es so ist. Ich vermisse ihn immer noch. Sehr.
Im Sommer war ich arbeiten, da kam einiges Verrücktes zusammen. Davor war ich vor allem mit musikalischen Einträgen, aber auch anderweitig sehr Blog-aktiv – es war mein erstes Jahr an der Uni und ich saß viel und lang und vor allem allein im Wohnheimzimmerchen rum und machte Internetdinge. Ein schöner Text, der zwar noch aus Schulzeiten ist, aber 2012 in den Blog fand, handelt von meinem kleinen Paradies.
Immer noch aktuell, wenn auch sehr anders bildlich umschrieben, ist für mich mein Text über Brücken. Ich weiß mittlerweile nicht mehr so genau was ich mir damals dachte, was wofür stehen sollte. Aber es sind verschiedene Deutungen möglich und ich erinnere mich (leider) immer noch deutlich an ein Gefühl, das dem Text zugrunde liegt. Die Situation, die dazu geführt hat, dass ich überhaupt über Brücken schreibe, fand auf einem blauen Sofa statt, das weiß ich auch noch. Sie ist schöner als das blöde Gefühl, und mit ganz viel Abstand kann ich heute sagen: Abstrus! Herrlich. Und niedlich. Irgendwie. Und schade, wirklich schade, dass nicht mehr draus geworden ist. (Ich würde dir jegliche Brücken bauen, immer noch, nur um zu schauen, ob sie tragen…) Mein Bild dafür ist immer noch der Light-not-dark-xkcd-Strip. Und Sigur Rós passt musikalisch.
Der Jahresanfang war geprägt von Uni, Klausuren, Lernen, Krankheit, Vermissen und Zeug. Joa. So wie das Ende von 2011 auch. Also weiter.

Es gab einen Adventskalender im Blog. So verbrachte ich die einsamen Schreibtischstunden…von meinem Schreibtisch im Wohnheim ist auch immer mal was zu sehen. Und die Pflanze, die ich von einer sehr lieben Freundin zum Geburtstag bekam und die immer noch wächst und bei mir wohnt. 🙂
Wenn man bedenkt, dass der Start echt nicht so einfach war, ist es beachtlich, wie sich das alles so entwickelt hat hier. Das „Decke auf Kopf„-Gefühl von damals hat mich nicht mehr so oft ereilt, eher ziemlich selten. Der Anfang war hart. Die Entwicklung war gigantisch. Darauf kann ich stolz sein. Ich hab echt viel geschafft.
Bevor ich umgezogen bin, gab es eine bunte Veränderung im Blog (der Header 🙂 ), die ich einem wirklich guten Freund zu verdanken habe. (Es tut mir immer noch leid, dass ich dich so missverstanden und dich damit so verletzt habe, dass es später irgendwann zu einem so unschönen Bruch kommen musste! Was du nun wohl tust, wo du wohl bist?)
Den Sommer verbrachte ich mit einer Kanufreizeit und dem FÖJ-Abschluss und mit dem Warten auf eine Zusage… Vorher war das FÖJ mit Zividiensten, viel Zeit für Bücher, Schönes und viel Musik, auf verschiedene Weise, auch alphabetisch.
Auch ein Meilenstein: der erste (und immer noch einzige) Diskobesuch! Premiere!
Auch 2011: Japan und Atomunfall und meine Familienmenschen in Japan und aus Japan und ich auf einer Demo. Oh ja.
Außerdem gab es noch einen großen Haufen „FreitagsFüller“. Und einen mir wichtigen Text zu einem mir wichtigen Thema hab ich auch geschrieben, er hat mit Cappuccino zu tun.

Auch 2010 gab es einen Adventskalender. Mit Fotos, Musik und Kuriositäten…geprägt von dieser krassen Gefühlssache, die mich so lang begleitet. In der Kirche haben wir von der Jugend ein Krippenmusical geprobt und aufgeführt. Krasse Sache.
Ich schätze, dass das einer der am meisten besuchten Artikel ist: das etwas andere Waffelrezept, das wir im Reli-LK buken. 2010 ist das Jahr, in dem ich Abi machte…achja. Aber dazu gleich. Ich begann mein FÖJ und dachte viel und oft über verschiedene ökologische Themen nach. Unter anderem übers Tiere essen. Mit einer Freundin besuchte ich ein unfassbar geniales Konzert – im Dunkeln. Die Musik liebe ich bis heute und auch das Erlebnis ist eingebrannt.
Im September begann ich erstmals mein FÖJ – mit einem denkbar miesen Start…und daraufhin viel Heimweh. Denn vorher passierte Ungeheuerliches in der Gefühlssache. Und dann war es dort am neuen Ort nicht so schön wie erhofft. Aber das konnte ich abwenden, zum Glück. Und das Ungeheuerliche wandelte sich auch, leider. Nun ja.
Die Zeit nach dem Abi und vor dem FÖJ nutzte ich fürs Reisen, allein mit dem Flieger nach Schweden, zu zweit nach Berlin und Polen. Ich verbrachte viel Zeit mit meinen Leuten im Jugendraum. An einem herrlichen Sommertag, den wir am See verbrachten, geschah etwas deutlich weniger herrliches – eine Erlösung, wenn auch eine sehr traurige, die eine längere Vorgeschichte hatte.
Ich hab Abiprüfungen gehabt und dafür gelernt. Eine, die mündliche, konnte ich nicht zum eigentlichen Termin antreten, aus dem gleichen Grund wie ich nicht mit zum Ökomenischen Kirchentag nach München mitfahren konnte: Ich war krank. Eine wichtige Entscheidung, die ich da getroffen hab. An wen ich zwischendrin diese Worte richtete…hmm…ich sollte sie öfter ansehen, schätze ich. Oh, hab ich viel Schulabilernsachen geschrieben! Außerdem FÖJ-Bewerbungen und so. Und krank war ich auch. Und verliebt. Sehr. Verschiedentlich. Und irgendwie traurig und einsam, was mich wohl dazu bewog, meiner großen Bewunderung xkcd nachzueifern und selbst in dieser Form auszudrücken, was ich dachte und fühlte. Es fühlt sich immer noch aktuell an… Außerdem: eines der schönsten Gedichte, in meinem Kopf immer gesungen.

Das Jahr 2009 endete mit einer phätten Party, an die ich auch heute noch zurückdenken kann…allerdings mit sehr gemischten Gefühlen. Vorher, vor Weihnachten, gab es einen Adventskalender, mehr oder weniger regelmäßig. Mit Schnee und tollen Keksen. Löcher, so nannte ich es schon damals, gab es einige. Die begleiten mich. Auch auf Schwedisch, denn manchmal ist es angenehmer, nicht die eigene Sprache dafür zu verwenden. Dann ist es tyst. Ich war außerdem krank, ärgerte mich über Schulkram…habe endlich meinen Führerschein bestanden, eine Facharbeit über Kapstadt geschrieben, mir mein Rad klauen lassen (der Schmerz sitzt immer noch tief!)…
Und außerdem habe ich nicht mehr nur bei dieser Foto-Kommentar-Blog-Community geschrieben, sondern mir einen eigenen WordPress-Account angelegt und ausprobiert was da so geht. Irgendwann später hab ich dann nicht mehr parallel geschrieben, sondern alle Einträge hierher umgezogen. Ja…das war der Anfang. Damals. Vor acht Jahren.

Meine Rückblicke werden Jahr für Jahr detaillierter. Dachte ich anfangs noch: Ich suche mir für jedes Jahr genau einen Eintrag, an den ich mich erinnern möchte!, habe ich nun doch eine krasse Zusammenfassung geschrieben… Es war eine kleine Reise in die Vergangenheit. Mir sind einige liebe und einige nicht so liebe Erinnerungen hochgekommen, Vergessenes ist mir begegnet und das ist wunderbar. Ich mag mein Blog, weiterhin. Danke für die schönen acht Jahre! Danke für die Möglichkeit hier einfach alles kundtun zu können, was ich mir von der Seele schreiben will. Danke für jedes Feedback, für jeden Kommentar oder Like, für jedes Folgen und Anklicken und Lesen. Ich schreibe weiterhin für mich selbst, um mich später zu erinnern und um mich jetzt zu erleichtern. Aber ich freue mich auch, wenn ich jemanden erreiche, wenn Gedanken weitergetragen werden. Danke. Und: Happy Birthday, Fjarill. ♡

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